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Zum Ende des ersten Schulhalbjahres 2025/26 wurde nicht nur Sr. M. Ulrike, sondern auch die Kunst- und Religionslehrerin Christiane Finke verabschiedet. Zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die aber das Fach Katholische Religion und die Liebe zu ihren Unterrichtsfächern teilten, wie Schulleiter Claudius Hildmann in seiner Ansprache betonte. 

Frau Finke sei stets ein großer Freigeist gewesen und habe viel beobachtet, kommentiert und kritisch betrachtet. Ihre relativ gesehen frühe Verabschiedung liege darin begründet, dass sie aus gesundheitlichen Gründen die Zeit vor der Pensionierung noch für ein Sabbatjahr nutzen wolle.

In der Vergangenheit habe sich Frau Finkes Engagement durch die Begleitung von Klassenfahrten, Exkursionen und Studienfahrten ausgezeichnet. Sie sei während ihrer Dienstzeit Klassenlehrerin gewesen und habe den Fachvorsitz Kunst innegehabt. Ihr hohes fachliches Interesse für ihre Unterrichtsfächer Kunst und Katholische Religion habe sich u.a. auch bei der Kooperation mit dem Diözesanmuseum gezeigt, für die sie sich verantwortlich erklärt habe. Zu ihren weiteren Aufgabenbereichen habe zunächst die Erstellung der ersten Version der Schulhomepage im Jahr 2006 gezählt, so wie daran anschließend der Bereich der ästhetischen Schulgestaltung. Den Umbau der Schule habe sie als positiven Wandel gesehen und sich an dem bewegten Leben in der Schule erfreut. Der Geist von St. Michael, so Frau Finke selbst, sei immer spürbar gewesen, auch in Zeiten der Veränderung. Die Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern sei für sie ein Jungbrunnen gewesen. 

Für die Zukunft wünschte Schulleiter Claudius Hildmann Frau Finke alles Gute und Gottes reichen Segen. Da sie ja nun "relativ jung" in die schulfreie Phase gehe, könne sie ihre Reisepläne umsetzen, ihre Freizeit mit dem Malen und im Garten verbringen.

Die Fachschaften Religion und Kunst verabschiedeten sich ebenfalls mit Bezug auf die Interessensgebiete der Kollegin. Die existenzielle Frage nach dem "Wo gehe ich hin und worauf darf ich hoffen?" lasse sich demnach insbesondere mit ihrer Liebe zur Natur und dem Blick für das Schöne beantworten. "Ich brauche Blumen, immer und immer."  und "Mein Garten ist mein schönstes Meisterwerk." sind Zitate des Künstlers Monet, die hierfür als Antwort ausgewählt wurden. Vom Lehrerrat gab es als Geschenk einen Apfelbaum und eine Hängematte für ihren neuen "Lieblingsplatz" im hauseigenen Garten.

Am Ende der kurzweiligen Feierstunde ließ auch Frau Finke selbst ihre Zeit an St. Michael Revue passieren. Der Schulalltag sei für sie immer das "Atelier des Lebens" gewesen, bezogen auf ihre Fächer sagte sie, "der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis" (Kunst) und "wir leben im Vorläufigen" (Religion). Damit bezog sie sich nicht nur auf ihre Unterrichtsfächer, sondern auch auf die aktuelle Baustellensituation an St. Michael. Sie sieht diese als etwas Positives, denn "Perfektion ist verdächtig" und "Risse machen es lebendig". Gerne werde sie an ihre Zeit an St. Michael zurückdenken, da sie dort die Verbindung ihrer beiden Fächer habe ausleben dürfen: Die Kreativität, Offenheit, das Aushalten des Unfertigen an einem Ort des Glaubens, Denkens und Gestaltens.

 

Text: V. Renken

Foto: A. Sarmas