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Besuch der G5a im Kloster

 Wir, die G5a, besuchten am 20. November unter der Führung von Sr. Ancilla das Kloster St. Michael, um etwas über das Leben in einer Ordensgemeinschaft und die Ursprünge unserer Schule zu lernen.

Sr. Ancilla erwartete uns am Eingang. Kaum waren wir über die Schwelle des Klosters getreten, erschien uns alles nicht mehr wie in einer normalen Wohnung. Die Gänge waren breiter, es gab viele Türen und Fenster und einige alte Bilder, z.B. von den Ordensgründern Alix le Clerc und Pierre Fourier.

Die Oberin führte uns zunächst in die Eingangshalle, in der sie uns einiges über die Geschichte des Klosters und die Entstehung unserer Schule berichtete. Wir erfuhren, dass den Schwestern des Ordens die Mädchenbildung schon immer ein Anliegen war und lernten, dass auch Alix le Clerc eine gebildete und starke Frau war, die in der Weihnachtsnacht 1597 mit vier anderen Frauen die Gemeinschaft der Augustiner Chorfrauen in Mattaincourt, im heutigen Frankreich, gründete. Sr. Ancilla zeigte uns das Kreuz in der Eingangshalle, welches im Zweiten Weltkrieg zur Hälfte verbrannt worden war, aber von zwei Schwestern gerettet werden konnte. Ein großer Teil des Klosters war auch nur deshalb von den Flammen verschont geblieben, da die Feuerwehr, die eigentlich den Dom löschen sollte, nicht dorthin gelangen konnte und so das Kloster löschen konnte.

Anschließend führte uns die Oberin in das ehemalige Arbeitszimmer der Schwestern, die im Schuldienst beschäftigt waren. Mittlerweile arbeitet nur noch Sr. Ulrike im Schuldienst. Im Arbeitszimmer war ursprünglich absolutes Schweigen angesagt! Wir durften aber reden. Heute schauen die Schwestern in diesem Raum täglich die Nachrichten. Sr. Ancilla erzählte uns, dass sie jeden Morgen um 5Uhr aufsteht, was uns unvorstellbar früh erscheint. Die Schwestern beten fünfmal gemeinsam, haben aber durchaus ein Zimmer nur für sich allein. Dieses Zimmer nennen die Schwestern Zelle, was aber nichts mit einem Gefängnis zu tun hat, sondern damit, dass im Alleinsein in dieser Zelle neue Gedanken entstehen, wie auch jede Zelle unseres Körpers eine Erneuerung mit sich bringt.

Da wir fast alle noch nicht gefrühstückt hatten, zeigte uns Schwester Ancilla danach das Gästerefektorium, den Speisesaal für Gäste, in dem auch immer das Frühstück nach dem freitäglichen Frühaufstehergottesdienst stattfindet. Für uns gab es zwar kein komplettes Frühstück, aber ein Schokobonbon zur Stärkung. Der Speisesaal der Ordensschwestern liegt nebenan und unterscheidet sich vor allem durch ein Lesepult an einer Seite des Raumes. Wir erfuhren, dass die Schwestern sich bei den Mahlzeiten immer gegenseitig vorlesen. Gerade hören sie etwas aus der Biographie von Angela Merkel.

Wir hätten gerne noch viel mehr über das Leben im Kloster erfahren und waren erstaunt, dass der Besuch an der Stelle auf Grund des Stundenendes schon vorbei war. Einige von uns haben sich aber fest vorgenommen in den Frühaufstehergottesdienst zu gehen und danach ein ganzes Frühstück im Speisesaal einzunehmen.

 

Artikel: geschrieben von der G5a

Foto: Frau Niemann