Klimapilgern 2018 - Geht doch!

 Schülerinnen des Gymnasiums St. Michael setzen ein Zeichen für Klimagerechtigkeit

Klimapilgergruppe 2018

Die Gruppe der Klimapilger von St. Michael - der LK Geographie Q2 mit ihrer Lehrerin Sr. M. Ulrike.
Nicht nur im Unterricht über Klimawandel und Klimaschutz reden, sondern auch ein bewusstes Zeichen setzen im Einsatz für mehr Klimagerechtigkeit – das war die Motivation der Schülerinnen des LK Geographie Q 2 und einiger anderer Oberstufenschülerinnen, als sie zusammen mit Sr. M. Ulrike am 25.9.2018 eine Tagesetappe des „3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit“ mitgingen.

Der internationale Pilgerweg, eine ökumenische Initiative aus Diözesen, Landeskirchen, christlichen Entwicklungsdiensten, Missionswerken und (Jugend-) Verbänden, verläuft in diesem Jahr von Bonn nach Katowice, wo im Dezember die UN-Klimakonferenz stattfindet.

Dort wird über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt. Der Pilgerweg macht im Vorfeld auf die globale Dimension des Klimawandels aufmerksam, der ja generell auch bei uns schon deutlich spürbar ist – man denke nur an diesen Sommer mit seinen extremen Wetterverhältnissen.



 

In Scharmede traf die Gruppe die Pilger, die teilweise schon von Bonn an auf dem Weg zum Klimagipfel sind.
Die Führung auf dem Vauß-Hof, einem nachhaltig geführten Bio-Bauernhof, ließ die Pilgergruppe einen so genannten „Kraftpunkt“ im Blick auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit erleben. Besonders nachdenklich machte es zu erfahren, wie erfolgreich das Engagement für nachhaltiges Handeln und Wirtschaften sein kann, wenn man mit viel Sachverstand, Phantasie und realistischem Weitblick bereit ist, mutig neue und vielleicht zunächst ungewöhnliche oder „verrückte“ Schritte zu gehen. So erzählte der Leiter des Hofes z.B., dass der Energieverbrauch für den ganzen Hof klimaneutral gedeckt werden kann oder dass so vieles, was sonst weggeworfen oder entsorgt wird, auf dem Hof weiterverwertet wird: Ein nicht mehr seetaugliches kleines Schiff wird zum beliebten Spielgerät für Kinder, aus dem Holz, das regelmäßig beim Stutzen von Kopfweiden abfällt, werden auf dem Vauß-Hof Holzschnitzel für die Energiegewinnung gemacht, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Die insgesamt 25 km lange Pilgerstrecke führte dann zunächst durch Felder und Waldstücke bis nach Borchen, wo die Gruppe in der evangelischen Staphanus-Gemeinde herzlich willkommen geheißen wurde. In der Mittagspause konnten sich die insgesamt ca. 60 Pilger aufwärmen und stärken. Eine Gruppe von Gemeindemitgliedern sorgte für die Getränke, die DPSG hatte leckere Kartoffelpizza gebacken, die großen Anklang fand. Hier trafen wir auch die Kinder aus den Grundschulen Borchen und Scharmede wieder, die am Morgen schon mit auf dem Vauß-Hof waren, aber dann eine kürzere Pilgerstrecke nahmen.

Nach der Mittagspause feierten wir einen kurzen Wortgottesdienst in der Stephanuskirche und machten uns dann auf den Weg nach Paderborn. Besonders in der Innenstadt erregte die Pilgergruppe große Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung. Mit einigen Passanten kamen wir ins Gespräch, die auf das Pilgerbanner zeigten und fragten, was das denn zu bedeuten hat. Die Pilger konnten auf diese Weise informieren und für den aktiven Einsatz für Klimagerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung werben.

In der Westernstraße verabschiedeten uns die Pilger, die in den nächsten Wochen noch weiter bis nach Katowice gehen, mit einem Segenslied: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“ und dankten uns sehr, dass wir durch unser Mitpilgern ein deutliches Zeichen gesetzt haben für die Bewahrung der Schöpfung.

Am Ende des Tages waren wir alle rechtschaffen müde, aber auch zufrieden, weil wir erlebt hatten, wie gut es ist, sich bewusst einzusetzen für die Umwelt und damit für die eigene Zukunft. „Es wurde deutlich, dass das Thema Klimaschutz eben nicht nur ein politisches ist, sondern uns auch aufruft, aus unserer christlichen Verantwortung heraus Initiative zu ergreifen“, resümierte eine Schülerin.

Text: Sr. M. Ulrike Brand

Foto: F. Weber (Q2)