Aussies zum Gegenbesuch in Paderborn

Vierwöchiger Rückbesuch des Donvale Christian College am Gymnasium St. Michael

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Abschied am Paderborner Hauptbahnhof nach ereignisreichen Wochen des intensiven Austauschs

Am 25.3.2018, dem ersten Sonntag der Osterferien, haben wir uns alle mit unseren Familien vor der Schule versammelt und sehnsüchtig auf den Reisebus mit unseren australischen Austauschschülern gewartet. Nachdem sie endlich angekommen waren und wir sie in die Arme schließen konnten, gingen wir alle zusammen in die Schule hinein und Frau Renken, Frau Kramps und Frau Hornberg-Ersay und Frau Hirsch vom Droste-Haus begrüßten die Australier im sonnigen Paderborn. Bevor wir mit unseren Austauschschülern nach Hause fuhren, wurden noch schnell die ersten Erinnerungsfotos mit den jeweiligen Gastfamilien geschossen. Zu Hause wurden wir dann mit Gastgeschenken unserer australischen Austauschpartner/innen überhäuft und jede Familie konnte sich über mindestens eine Packung TimTams freuen. Der erste Tag nahm schnell sein Ende, denn alle Australier waren sehr müde und erschöpft von der 36-stündigen Reise.

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 Great Ocean Road Tour in Australien

Am nächsten Tag trafen wir uns in Paderborn zu einer Stadtführung. Das Rathaus im Stil der Weserrenaissance, das Adam-und-Eva-Haus und natürlich der Paderborner Dom konnten die Australier, die solche alten Gebäude gar nicht kannten, sehr faszinieren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Cafe & Bar Celona fuhren wir wieder nach Hause und verbrachten den Nachmittag in den Familien.

Mit dem Bus fuhren wir am Dienstag nach Detmold und besichtigten dort das Residenzschloss, welches für uns deutsche Schüler vielleicht etwas langweilig war, aber die Australier umso mehr beeindruckte, weil sie solche Schlösser noch nie zuvor gesehen hatten. Um den Tag in Detmold abzurunden, veranstaltete das Droste-Haus eine lustige Fotorallye, wobei wir noch die eine oder andere schöne Ecke Detmolds entdeckten.

Am Mittwoch besuchten wir zusammen das HNF und im Anschluss stand eigentlich die Besichtigung von Schloss Neuhaus auf dem Programm, was jedoch aufgrund der Wetterlage (im wahrsten Sinne des Wortes) ins Wasser fiel. Stattdessen fuhren wir in die Stadt und tranken einen Kaffee oder Kakao.

Mit dem Zug ging es am Donnerstag nach Bielefeld. Da für unsere Austauschschüler sowieso Burgen und Schlösser am interessantesten sind, besuchten wir auch dort die Sparrenburg. Anschließend verbrachten wir den Rest des Tages in der Stadt und nutzten die Zeit zum Essen und Shoppen im Loom.

Dann standen auch schon die Osterfeiertage vor der Tür. Für die Australier war es sehr interessant die deutschen Traditionen in den Familien mitzuerleben. So gingen wir mit ihnen am Samstag zum Paderborner Osterlauf, besuchten am Abend die Osternacht, sammelten am nächsten Morgen Ostereier im Garten und trafen uns am Abend zum Osterfeuer, was für die Australier auch etwas komplett Neues war.

In der zweiten Ferienwoche fuhren die Australier mit ihren Lehrern und zwei Mitarbeiterinnen des Droste-Hauses nach Berlin und besichtigten dort viele Sehenswürdigkeiten. So erhielten wir immer wieder lustige Selfies auf denen wir unsere Austauschpartner/innen glücklich vor dem Brandenburger Tor, dem Reichstag u.a. sehen konnten. Es hat allen sehr gut gefallen und ein Highlight für sie war wahrscheinlich vor der Bürotür von „Angie“ zu stehen. Mit einer ganzen Tasche voller Souvenirs kamen die Australier zurück nach Paderborn.

Am folgenden Samstag gingen einige von uns ins Stadion, um unseren SCP beim Spiel gegen Carl Zeiss Jena tatkräftig anzufeuern. Noch bevor das Spiel begann, wurden unsere australischen Gäste durch eine Lautsprecherdurchsage im ganzen Stadion willkommen geheißen. Durch die sechs Tore, die fielen, war die Stimmung super und die Australier waren sehr beeindruckt von unserer Mannschaft. Den Torjubel hatten sie schon nach kurzer Zeit perfekt drauf und so bereitete ihnen das Spiel eine Menge Spaß.

In der darauffolgenden Woche begann die Schule. Nach einer Begrüßung von Frau Cremer und einer Schulführung, kamen die Australier mit uns in den Unterricht. In den meisten Kursen wurde es deshalb sehr voll, aber es war auch sehr lustig. In einigen Stunden erzählten sie über sich und ihr Land, sodass auch viele unserer Mitschüler mehr über Australien erfahren konnten.

An den Nachmittagen verbrachten wir die Zeit zusammen, gingen Minigolfen, Bowlen, spielten Spiele oder schauten zusammen Filme.

Am Mittwoch der ersten Schulwoche fuhren wir mit dem Zug nach Köln, um dort sowohl an einer Stadt- als auch an einer Domführung teilzunehmen. Leider war das Wetter sehr schlecht und so waren viele von uns glücklich im warmen Vapiano zu Mittag zu essen, während eine kleine Gruppe noch auf den Turm des Domes stieg. Die einen blieben zum Shoppen in der Stadt und die anderen liefen zum Schokoladenmuseum, welches die Australier mit mindestens 20 Tafeln Schokolade und schweren Rucksäcken verließen.

Am darauffolgenden Mittwoch fuhren wir wieder mit dem Zug, und zwar nach Münster. Hier hatten wir kein festes Programm, sondern sollten die Stadt in kleinen Gruppen, wieder einmal mit einer Stadtrallye, selber erkunden. Dabei mussten wir unter anderem ein Werbevideo drehen und Passanten zum Thema Frieden interviewen. Nachdem noch diverse Lamy Füller für die Familien in Australien gekauft wurden, denn diese sind dort wesentlich teurer, fuhren wir nach der Siegerehrung zurück nach Paderborn.

Die vier Wochen der australischen Schüler in Deutschland nahmen ein Ende und so trafen wir uns am letzten Abend zu einem gemeinsamen Abschluss im Droste-Haus in Verl. Es wurden typisch australische Speisen mitgebracht, Lieder gesungen, Videos vom Donvale Christian College und Bilder vom Austausch gezeigt. Um den Abend ganz besonders ausklingen zu lassen, sangen wir alle zusammen ein Lied, nach der Melodie von „Cups“, welches zwei aus der Gruppe umgedichtet hatten. Obwohl dies noch nicht der endgültige Abschied war, flossen schon die ersten Tränen, mit dem Gedanken an die bevorstehende Zeit ohne einander.

Am nächsten Morgen trafen wir uns früh am Paderborner Hauptbahnhof und es wurde Zeit sich zu verabschieden. Nach vielen Gruppenfotos und langen Verabschiedungen von den Familien, mussten wir unsere australischen Gastschüler unter Tränen in den Bus steigen lassen. Auch wenn wir uns in Australien schon kennengelernt hatten, sind wir in Deutschland noch einmal mehr zusammengewachsen und so fiel der Abschied doppelt so schwer, denn es würde nun um einiges mehr als fünf Monate dauern bis man sich wiedersehen würde.

Schon jetzt haben wir alle geplant, dass wir nach dem Abi das nächste Flugzeug nach Australien nehmen werden, um unsere Freunde auf der anderen Seite der Welt zu besuchen.

Wir sagen danke für diese tolle und unvergessliche Zeit…!

Text/ Fotos: Anne Göke und Franziska Wibbeke (EF)